Esther Hocherman bei ihrer Rede im Kulturzentrum, Herne, 27. Januar 2015 (Foto: Michael Paternoga)

Eine bewegende Gedenkstunde

27. Januar 2015

 

Die Veranstaltung zum Shoah-Gedenktag am 27. Januar 2015 im Herner Kulturzentrum geriet für alle Beteiligten und für die Zuschauer zu einem bewegenden Ereignis. Auch ich konnte mich dieser Atmospähre nicht entziehen. Als ich für meine Anmoderation auf der Bühne stand und mich an all die Menschen erinnerte, die ich getroffen und interviewt hatte und mit denen mich zum Teil eine Freundschaft verband, war ich plötzlich sehr gefangen von einem persönlichen Gefühl des Verlustes. Werner Blumenthal, mit dem ich mich auch sehr gestritten habe, die elegante Gerda Günzburger, die täglich über die Bahnhofsstraße flanierte, Kate Katzki in New York, Channa Birnfeld in Hamburg, Leo Schnur in Uruguay. Um nur an einige zu erinnern. Das viel zitierte „Ende der Zeitzeugenschaft“ verbinde ich mit vielen lebendigen Erinnerungen an Menschen, die mich und meine Arbeit wesentlich geprägt haben.

 

Umso mehr habe ich die Zeit mit Esther Hocherman genossen, die noch einmal als „Zug der Erinnerung“ durch Herne dampfte. Und die klaren Worte des Oberbürgermeisters Horst Schiereck: „Das Shoah-Mahnmal bleibt im Zentrum der Stadt. Wir werden es dort verteidigen.“

 

Lars-Oliver Christoph kommentierte in der WAZ am 28. Januar 2015:
„Seit zehn Jahren leistet die Stadt in Sachen Erinnerungsarbeit vorbildliches. Zu verdanken ist das zunächst mal OB Horst Schiereck, der das Anliegen zu einem zentralen Thema seiner Amtszeit gemacht hat. (…) Schierecks Nachfolger wäre gut beraten, diese gute und wichtige Tradition fortzusetzen“.